Banken-Stresstest 2026
Die meisten Institute sind robust – aber selektiver Druck bleibt

Die kleineren und mittleren Banken und Sparkassen in Deutschland halten auch einem schweren geopolitischen Schock stand – zumindest insgesamt. Das ist das Ergebnis des Stresstests, den BaFin und Bundesbank am 24. September 2026 vorgestellt haben. Im Detail zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild.
Solides Polster, einzelne Ausreißer
Im simulierten Krisenszenario sinkt die harte Kernkapitalquote der Institute insgesamt um rund 3,8 Prozentpunkte auf 14,6 Prozent – vor allem durch Wertberichtigungen im Kredit- und Marktrisiko. Mehrere Dutzend Häuser würden ihre aufsichtlichen Kapitalanforderungen dennoch nicht mehr einhalten. Das sind allerdings weniger als beim Stresstest 2024. Auffällige Institute von damals wurden eng begleitet und haben ihre Eigenmittelquoten überwiegend erhöht. Besonders anfällige Häuser stellt die Aufsicht frühzeitig unter noch intensivere Beobachtung.
Plandaten mit Fragezeichen
Bis 2028 erwarten die Institute eine steigende Gesamtkapitalrentabilität von 0,43 auf 0,64 Prozent und eine Kernkapitalquote von 19,1 statt derzeit 18,4 Prozent. Jedes fünfte Haus rechnet allerdings mit einem Rückgang. Die im Frühjahr erhobenen Plandaten bilden jüngste Entwicklungen nur teilweise ab. Strukturelle Belastungen im Unternehmens- und Gewerbeimmobiliengeschäft können die Schuldentragfähigkeit der Kreditnehmer weiter beeinträchtigen. Hinzu kommt eine neue Aufsichtspraxis: Eine Eigenmittelempfehlung erhalten künftig nur noch Institute, die im Stressszenario unter ihre Gesamtkapitalanforderung plus 500 Basispunkte fallen. Davon sind rund 40 Prozent weniger Häuser betroffen.
Personell hat das Folgen – für Institute und für Fachkräfte. Wer enger beaufsichtigt wird oder seine Kapital- und Risikoplanung nachschärfen muss, braucht zusätzliche Expertise im Risikocontrolling, in der Kreditanalyse oder im Meldewesen. Für Banken und Finanzdienstleister entstehen dadurch Engpässe. Für Spezialisten in diesen Bereichen ergeben sich zugleich neue Chancen. Die PDZ ordnet regulatorische Entwicklungen wie diese ein und bringt beide Seiten zusammen.
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